Wir nehmen Abschied von Irmgard Hehlert

Irmgard Hehlert
08.01.1927 – 13.09.2020

 „Leben wir, so leben wir dem Herrn, sterben wir, so sterben wir dem Herrn.
Darum, ob wir leben oder sterben, wir sind des Herrn.“             (Röm 14,8)

Mit großer Dankbarkeit für alles außerordentliche Wirken und überragendes Engagement für unsere Kirchengemeinde nehmen wir Abschied von unserer sehr geschätzten Irmgard Hehlert – nach 60 Jahren Dienst als Organistin in unserer Kirchengemeinde. Bis zum Alter von 88 Jahren hat Frau Hehlert uns kirchenmusikalisch jederzeit über alle Maßen unterstützt. Auch im Kirchenvorstand der Gemeinde war Irmgard Hehlert viele Jahrzehnte äußerst engagiert. Besonders in Erinnerung ist ihr großartiges Wirken in vielfältiger Hinsicht mit und für ihren Kinder- und Jugendchor!

 

Pfarrerin                        Vertrauensmann des Kirchenvorstands

Barbara Kovarik                                                       Rainer Schaaf

im Namen des Kirchenvorstands

 

Nachruf von Karin Grunwald-Umminger für den ehemaligen Kinder- und Jugendchor

Irmgard Hehlert und der ehemalige Kinderchor der evangelischen Kirche werden immer in einem Atemzug genannt. Zu Recht! Sie hatte uns alle quasi adoptiert. Als unsere Chorleiterin hat sie uns gezeigt, was Freude am Singen bedeutet. Aber nicht nur das. Irmgard hat uns das Gefühl von Geborgenheit, Freundschaft und Heimat vermittelt. Wir haben nicht nur miteinander gesungen, sondern auch jede Gelegenheit genutzt, um zu feiern. Die liebenswerte Familie Schaaf hatte immer Platz für uns Kinder, und wenn der Familienvater sein Akkordeon geschultert hat, verwandelte sich die Wohnstube in einen Tanzboden.

Am Nikolaustag dann hat uns Irmgard mit selbstverfassten Versen die Leviten gelesen. Am Heiligen Abend, wenn unsere Gedanken schon ganz unheilig bei den Geschenken waren, hat sie uns noch einmal an den wahren Sinn dieses Festes erinnert und wir sind gemeinsam ausgezogen, um für die kranken Menschen unserer Gemeinde zu singen.

Ich glaube, dass ich für alle von uns, die jetzt längst den Kinderschuhen entwachsen sind, sagen kann: Wenn man Irmgard auf der Orgel spielen hörte, hat man sich in dieser Kirche zu Hause gefühlt. Erst recht, wenn sie uns bis zuletzt mit den Worten begrüßt hat: „Da bist Du ja, mein Engel!“

Danke, liebe Irmgard, dass du uns die Worte Martin Luthers mit auf den Weg gegeben hast: „Die herrlichste Gabe Gottes ist die Musik.“

 

Nachruf von unserem früheren Pfarrer Christoph Keller

Ich bin Irmgard Hehlert zutiefst dankbar für ihren jahrzehntelangen Dienst als Kirchenmusikerin, für ihr überragendes Engagement, für ihre Treue zur Kirchengemeinde und zu "ihren" Pfarrern. Sie hat ganze Generationen geprägt mit ihrer Arbeit, vor allem als Kinderchorleiterin, und damit ganz maßgeblich zum Gemeindeaufbau beigetragen, prägen doch heute noch die ehemaligen Sängerinnen und Sänger aus dieser Zeit das Gemeindeleben.

Nie hat sie mich im Stich gelassen, wenn ich bei ihr wegen eines Orgeleinsatzes angefragt habe, auch wenn es ihr zum Schluss schon sehr schwer fiel. Nie ließ sie einen irgendwelche Befindlichkeiten spüren, einfach alles hinzuschmeißen wäre für sie auf keinen Fall in Frage gekommen.

Gott mit der Musik zu loben und zu preisen, darum ging es ihr, nicht um sie als Person. Ich habe sie immer bewundert für ihr Können, für ihre Inbrunst, mit der sie sich in die Musik hineinfühlte, aber auch für ihre eiserne Disziplin und ihre unerschöpfliche Energie.

Besonders beeindruckt hat mich immer, dass sie während ihres Berufslebens regelmäßig in ihrer knapp bemessenen Mittagspause schnell zum Üben an die Orgel der evangelischen Kirche in Vilshofen ging.

Dankbar war ich ihr aber auch immer für ihre Herzlichkeit, ihre Aufrichtigkeit, ihre Direktheit – manchmal ostpreußisch-rau, doch immer erfrischend und wohltuend.

Meine Frau und ich haben uns immer gefreut, wenn wir Frau Hehlert mit ihrem roten Blitz, ihrem Auto, in die Einfahrt zum Pfarrhaus mit halsbrecherischer Geschwindigkeit hineinbrausen gehört haben, und sie uns – gerade in der Adventszeit – einen Kuchen vorbeigebracht hat, oder wenn wir in ihrer Wohnung gastfreundlich bewirtet wurden.

So werde ich, werden wir Irmgard Hehlert immer in dankbarer und liebevoller Erinnerung behalten. Möge sie nun Gottes Herrlichkeit schauen und in seinem Frieden ruhen.